Inferno Triathlon – Langdistanz next Level.

Schwimmen: 3,1 km

Rennrad: 97km| 2145 Hm ( Große Scheidegg, 1960 m. ü. M.)

Mountainbike: 30 km | 1180 Hm ( Kleine Schiedegg 2060 m.ü.M.)

Lauf: 25 km | 2175 Hm ( Schilthorn 2.970 m.ü. M.)

Die einzelnen Diszipinen sind für sich schon eine Challenge. Unser Team Athlet Thomas Künzler hat sie, gebündelt auf einen Tag, im Rahmen des Inferno Triathlons absolviert. Herzlche Gratulation, wir sind stolz auf dich, was für eine Leistung.

Er nimmt uns in seinem Bericht mit auf seinen bisher längsten und emotionalsten Sporttag.

Herzlchen Dank dafür und viel Spaß beim Lesen.

Die Wetterbedingungen waren für den Tag als ideal vorausgesagt mit wolkenlos und kaum Wind. Um 4:15 ging es aus dem Bett und direkt etwas Weissbrot mit Butter und Honig gegessen, dazu etwas O-Saft und ein Schüttelkaffee. Da das Hotel direkt beim Start lag, konnte ich entspannt noch etwas ruhen und mich mental auf den Wettkampf vorbereiten. Bis wir um 6:00 zum Start losgelaufen sind, habe ich noch etwas an der Flasche mit Xenofit Iso genippt. Kurz vor dem Start noch ein Xenofit Hydrogel (26g KH) genommen und um 6:30 ging es dann bei 15° Luft- und 17° Wassertemperatur los. Ich bin aussen gestartet und konnte so ungestört in einen Rhythmus kommen. Die Orientierung war nicht ganz einfach, da es sehr wenig Bojen hatte. Mit einem guten Gefühl konnte ich die Strecke durchschwimmen und brauchte ca. 1:06 für die Strecke. Gemäss Veranstalter waren es 3.1km und das GPS hat 3.4km aufgezeichnet. So oder so bin ich mit dem wenigen Schwimmtraining sehr zufrieden mit der Zeit.

In der Wechselzone wieder ein Xenofit Hydrogel und ab aufs Rennrad. Auf dem Rennrad hatte ich 2 x 0.8l Wasser und es war für mich das Wichtigste, sicher ein Bidon pro Stunde zu trinken. Nach der ersten 1/2h ging es dann los mit einem weiteren Gel mit dem Ziel, den ganzen Wettkampf konsequent 1 Gel pro halbe Stunde zu nehmen was 52g KH/h entsprach. Die Verpflegungsstellen waren so verteilt, dass es grad aufgehen müsste mit 2 x 0.8l Bidon auf 2h. Leider habe ich zu spät gemerkt, dass es an den Verpflegungsstationen nur 0.5l Bidon gab. Vorher gewusst, hätte ich meine bestehenden Bidons auffüllen lassen. Leider hatte ich schon einen weggeworfen und mit 1 x 0.8 und 1 x 0.5l weitergefahren. So habe ich dann entschieden, eine Zwischenauffüllung am Brunnen zu machen. Ich musste auch noch recht häufig pinkeln gehen J. Die Beine waren von Beginn weg gut und da es gleich beim Start länger hoch ging, habe ich versucht, nicht zu weit über 200W zu sein und vor allem möglichst noch unter 130HF zu bleiben. Bis zum Aufstieg auf die grosse Scheidegg gelang mir das auch gut. Auch der Schlussaufstieg ging problemlos und die Abfahrt hat dann so richtig Spass gemacht.

Auf dem MTB ging es dann auch gleich in die Steigung. Der Plan mit 2 x 26g KH/h konnte ich konsequent weiterziehen und es ging mir gut. Es ging grad auf dass ich in der Wechselzone ein Gel nehmen konnte. Der Puls hat sich auch auf dem MTB schnell bei ca. 130 eingependelt und konnte ich auch halten. Nach einiger Zeit merkte ich aber auch, dass nicht viel mehr möglich ist und sich doch eine gewisse Müdigkeit einstellte. Trotzdem konnte ich das soweit gut hochziehen. In den oberen sehr steilen Passagen bin ich dann schnell abgestiegen und gelaufen. Da war ich auch bei weitem nicht der Einzige J. Auch der Ernährungsplan konnte konsequent weitergezogen werden. Die Abfahrt machte auch richtig Spass. Im letzten Drittel hatte es kurze Single-Trail Abschnitte, die ich gelaufen bin, aber der letzte Teil war nochmals schön zu fahren, bevor es dann von Lauterbrunnen eben nach Stechelberg ging. Auch in dieser Ebene hatte ich noch schön Druck beim angepeilten HF 130.

Fürs Laufen dann wieder Gel aufgenommen um den Ernährungsplan weiterzuziehen. Weiter hatte ich ein Trinkgürtel mit 0.5l Flasche Wasser dabei um unabhängig zu sein. Der Start verlief gut, aber nach ca. 4KM bekam ich den üblichen Druck in der oberen Magengegend. Ich hatte es mit mehr Wasser versucht, da ich sicher war, dass es nicht an der Energiemenge lag. Leider half das nicht. Dann bin ich in ein ToiToi und dachte, da muss etwas raus. Es hat mich zwar gewürgt aber es kam nichts raus. Das heisst, die Gels wurden definitiv verarbeitet, was mich in meinem Plan bestätigte. Tatsächlich war es auch so, dass mich das entspannte und ich dann mit einem guten Gefühl weiterrennen konnte. Bei Lauterbrunnen ging es dann in die lange konstante Strassensteigung, welche ich vom Test her kannte, dass es mit leichtem Joggen ging. Das konnte ich dann tatsächlich auch sehr weit hochziehen und nur kurz vor dem Abzweiger in den steilen Singletrail bin ich schon ins schnelle wandern übergegangen. Dieser Singletrail bis Grütschalp ging dann eh nur noch mit schnellem Wandern. Auf der Grütschalp kam dann auch die nächste Verpflegungsstation und es war gleich auch das nächste Gel im Zeitplan. Ich habe dann Cola gesehen und dachte, Cola wäre mal eine Abwechslung. Jaaaaaa, ich weiss, Du hast mir gesagt – NICHT MISCHEN! Ich musste es bitterlich erfahren und kaum später war ich in den Büschen J Es würgte mich erbärmlich, aber es kam nichts raus. Zum Glück waren gerade keine Wanderer in der Nähe und mussten sich das ansehen J Es ging mir dann aber schnell wieder gut und konnte die Ebene von Grütschalp eine schöne Pace rennen. Auch nahm ich schnell wieder ein Gel und war damit auch gleich wieder im Zeitplan. Der andere Zeitplan machte mir dann eher langsam etwas Sorgen. Ich hatte die Uhrzeit nicht im Blickfeld, wusste aber vom Gefühl her, dass die 18:00 Durchgangszeit in Mürren knapp werden. Entsprechend bin ich dann die Strecke gerannt in der Hoffnung, es reicht noch. Durch Mürren bis zum Kontrollpunkt war dann richtig cool, da man von allen Seiten angefeuert wurde J Mein Familie erwartete mich schon und ein Schiedsrichter hat mit mir dann bezüglich meines Zustandes ein Interview geführt und hat mich dann weitergelassen. Alles sehr freundlich und wirklich Top organisiert. Man fühlte sich als Athlet sehr gut aufgehoben und in guten Händen. In kurzer Absprache mit der Familie habe ich mich dann für den Schlussanstieg entschieden, da ich wusste, dass es der schönste Teil mit zügigem Wandern war und ich mich noch gut fühlte. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass ich schon etwas zu spät war und sie schon um 17:40 begonnen haben, diese Interviews zu machen. Da es aber doch sehr warm war und offensichtlich alle etwas länger hatten, waren sie um einige Minuten kulanter:-).  

Zu meiner absoluten Überraschung wurde mir eine „Besenfrau“ zugeteilt, welche mich zum Schilthorn begleitet. Wahnsinn J Wir sind dann also zügig losmarschiert und hatten uns locker unterhalten. Schnell hatten wir dann weitere Athleten überholt und sie blieb dann bei ihnen und ich bin dann allein weitergezogen. Ich konnte weiter bei meinen Gel-Plan bleiben und konnte dank des Trinkgürtels auch immer bei Bedarf Wasser zu mir nehmen, welche ich bei den Verpflegungsstationen wieder nachfüllte. Irgendwann lief ich dann auf einen weiteren „Besenmann“ auf und bin dann eine Weile plaudernd mit ihm hochgezogen, bis wir weitere Athleten überholt hatten, bei welchen er dann geblieben ist. Beim letzten Kontrollpunkt 19:30 wurde es dann nochmals spannend, ob sie uns passieren lassen. Dann lief ich auf eine Vierergruppe auf und schweigend sind wir zusammen hoch gezogen. Schon 3/4h vor dem Ziel hörten wir die Zuschauer die ankommenden anfeuern und langsam kam die Vorfreude auf den Zieleinlauf auf. Noch vor dem letzten Aufstieg ins Ziel habe ich nochmals ein Gel genommen, um nicht komplett leer anzukommen. Dann der Zieleinlauf mit meinen beiden Jungs bei nach wie vor bestem Wetter – ein unbeschreibliches Gefühl und definitiv der Beste in 20 Jahren Wettkämpfen! Nach 13:44 und 27 Gels J

Leider muss ich sagen, dass eine normale Langdistanz direkt langweilig ist dagegen und es wird schwierig, das zu toppen;-).

Bis bald,

Euer Thomas